06.10.2010 | Set-Ups

Trade No. 24 - BMW (Dax)

Bei diesem Set Up handelt es um die Aktie von BMW. Dieser Trade wurde am vergangenen Freitag den 1. Oktober 2010 auf der short Seite gestartet. Für mich war es ein klassischer Swing auf der Short Seite, doch für viele Trader verstößt dieser Set Up bestimmt gegen so manche Überzeugung. Aber hier zeigt sich wieder deutlich, dass man an den Märkten nichts als gegeben annehmen darf.

Beim meinem vorbörslichen Marktscreening (Phase 2 – Strategie) stoße ich auf den Chart von BMW. Das Aussehen des Gesamtcharts mit dem massiven Kursanstieg der letzten Tage sowie die zuletzt aufgetretenen Umkehrstäbe auf einem neuen Hoch veranlassen mich, die Aktie auf meine Watchlist mit dem Vermerk „short“ zu setzen.

Anmerkung: In meinem neuen Buch „Die Tradingakademie“ beschreibe ich die 5 Phasen des analytischen Tradings. Bei Phase 2 – wie oben beschrieben – handelt es sich um die sogenannte Strategiephase, die in meinem Trading stets vorbörslich durchlaufen wird.

Um 9.30 wird die BMW Order in Phase 3 (Taktik) short in den Markt gelegt (meine Ordertechnik ist das „abgesicherte Einstoppen“). Der Entry befindet sich wenige Ticks unter dem Tief des Vortages bei 50,45. Stopp 1 wird ein paar Cent über dem aktuellen Tageshoch (= dem Hoch der ersten 30 Minuten) bei 51,35 platziert. Das Initialrisiko beträgt angenehme 1,78 Prozent.

Wenig später kommt es zu einer Positionseröffnung auf der short Seite. Durch die aufgebaute Kettenorder wird auch zeitgleich der Stopp aktiviert. Von Anfang an läuft der Wert schön ins Plus. Nach wenigen Stunden ist bereits das erste R verdient, und der Stopp wird daher von mir aggressiv auf Break Even gesetzt. Somit nehme ich den Trade aus dem Risiko. Einerseits kann ich so keine Verluste mehr machen (natürlich ist ein Gap und ein damit übersprungener Stopp jederzeit möglich, wahrscheinlich scheint es in dieser Konstellation jedoch nicht) andererseits erlaubt mir das rasche Nachziehen der Stopps, mein Gesamtpositionsrisiko zu senken und weitere Trades in die gleiche Handelsrichtung einzugehen.

Anmerkung

Meine erlaubte long/short Gewichtung entnehmen Sie bitte meinem Buch „Das Trader Coaching“.

Am Tag 1 des Trades passiert nicht mehr viel und die Aktie schließt schwach. Der Buchgewinn beträgt ca. 1,3 R.

Am Tag 2 geht es weiter nach unten, obwohl die Abwärtsbewegung nun etwas gebremst scheint. Kurz vor Handelsschluss ziehe ich den Stopp auf das Hoch des aktuellen Tages nach und sichere somit erstmals den Gewinn ab.

Am Tag 3 erfolgt erneut eine schwache bis unveränderte Eröffnung bei BMW. Nach einem kurzen Kursrückgang steigt die Aktie jedoch. Intraday kann ich diese Kursentwicklung zwar beobachten, doch aus handelstechnischer Sicht sind mir die Hände gebunden. Ein weiteres nachziehen des Stopps ist leider nicht möglich, weil die Aktie an Tag 3 sehr stark läuft. So muss ich mit ansehen, wie ich am Tag 3 bei der Kursmarke 49,06 ausgestoppt werde.

Der Profit bei diesem Trade beträgt 1,54 R.

Resümee

Ich habe diesen Trade deswegen als Beispiel ausgewählt, weil ich immer wieder die Verwunderung bei anderen Tradern bemerke, wenn Sie Set Ups wie diese sehen. Gegen den Trend handelt man nicht, höre ich oft, doch ich frage mich, woher dieser Glaube kommt. Sicherlich hängt es neben dem Trademanagement auch von der geplanten Haltedauer ab, ob ich mich gegen den Trend positioniere oder nicht. Zugegeben – der Handel der Korrektur hat seine Tücken – aber solche Trades haben ein ausgezeichnetes Chance – Risikoverhältnis, wenn man die Handelstechnik beherrscht und die Situation richtig beurteilt.

Sich gegen die Masse zu stellen, bietet an der Börse immer Vorteile. Im Investing kennt man diesen Ratschlag (obwohl sich auch hier wenige daran halten). Bei Trading missachten ihn noch mehr Menschen und laufen lieber wie ein Lemming mit den anderen in den Tod. Ein Handel gegen den Trend ist in meinem Trading immer lukrativ, und vor allem auf der short Seite ergeben sich so immer hervorragende Möglichkeiten. Bei BMW kam hinzu, dass der Short Entry in der Nähe des runden Kursniveaus von 50 erfolgt ist. Aktien nehmen diese Hürden selten beim ersten Anlauf, und so war es auch hier geschehen.

Ich habe es schon oft geschrieben, aber in diesem Punkt wiederhole ich mich gerne: Handeln Sie Ihr System und Ihre Statistik. Versuchen Sie nicht zu erraten, wohin der Markt laufen wird. Trader sind keine Wahrsager. Wenn Sie das verinnerlichen, tun sich plötzlich ungeahnte Möglichkeiten für Sie auf.



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