29.05.2009 | Set-Ups

Trade No. 18 – Dax

Ich muss gestehen, dass ich mich hier nicht ganz an meine Regeln gehalten habe. Eigentlich handle ich ja ausschließlich Einzelaktientitel, aber der Chart des Dax und die Begleitumstände waren einfach zu verlockend …

Deshalb habe ich mich auch für diesen short Trade entschieden. Was mich zusätzlich reizte war die Tatsache, dass dieser Trade in die Eröffnung der US Börsen hineinfiel. Eine Zeit, die ich sonst beim Trading am gewohnten Tageschart eher meide. Auch die Zeiteinheit (10 Minuten) ist nicht gerade mein bevorzugtes Jagdrevier – aber ich bin schon länger am Überlegen, mich auch an den kleineren Zeiteinheiten zu versuchen.

Der zusätzliche Umstand, dass ein Swing Trade hier nach meinem Chartverständnis offensichtlich war und die darüber hinaus vorhandenen Umkehrstäbe zum US Börsenstart ließen mich schwach werden. Für mich ein x – facher Multiplikator und daher wagte ich die sich auftuende Chance auf einem für mich eher neuem Terrain.

Zuerst möchte ich Ihnen das Chartbild mit einer etwas längeren Historie zeigen. Sie sehen hier den Chart des Dax vom 28.5.2009 in der Zeiteinheit 10 Minuten.

Der Einstieg erfolgt beim roten Pfeil short.

Deutlich sind die beiden Umkehrstäbe (ein grüner Kerzenkörper gefolgt von einem roten) erkennbar, die auf nichts Gutes hinweisen. Hinzu kommt der Gedanke an eine zu euphorische Eröffnung in den USA. Ich spekuliere also darauf, dass die Märkte diese starken Anfangskurse nicht halten können und ihr Pulver – zumindest kurzfristig – bereits verschossen haben.

Ich positioniere mich daher zu jenem Zeitpunkt short, an dem das Tief des zweiten Umkehrstabes nach unten durchbrochen wird, was ich als Bestätigung des Signals erachte. Stopp 1 sitzt über dem letzten lokalen Hoch der beiden Umkehrstäbe.

Um den Chart besser erkenne zu können, folgt die gleiche Situation in einer etwas größerer Darstellung.

Mein Trademangement sieht vor, den Stopp jeweils über dem hoch der nächsten Kerze zu platzieren, solange, bis ich ausgestoppt werde. Doch diese Bewegung scheint kein Ende zu kennen, denn es geht immer weiter und weiter nach unten. Bei der runden Kursmarke von 4900 werde ich zugegebener Maßen nervös und beschließe, den Trade manuell glattzustellen. Der nicht realisierte Profit brennt mir schon ein Loch in die Taschen. Nicht die „feine“ Art des Tradings, aber für den Anfang auch wieder nicht schlecht.

Der Profit beträgt +3,55 R!

Aber es ist noch nicht aller Tage Abend. Zwei Perioden später erkenne ich ein neuerliches Umkehrmuster. Diesmal auf der Long Seite. Daher wird der Trade nun genau anders herum gestartet. Beim Überschreiten des Vorperiodenhochs (Hammer) gehe ich nun long. Stopp 1 sitzt nun unter dem Tief der beiden langen Lunten.

Auch hier geht der Plan auf. Die Märkte erholen sich wieder von dem übertriebenen Kurseinbruch der Eröffnung. Es ist fast beängstigend, wie leicht diese Trades ablaufen. Ohne Stress ziehe ich auch hier den Stopp jeweils am Tief der Kerze nach, was ein Eingreifen alle 10 Minuten erforderlich macht. Einige Perioden lange geht das gut, bis ich schließlich ausgestoppt werde.

Der Profit beträgt +0,88 R!

Resümee

Ich bin kein Daytrader sondern würde mich eher als Positionstrader bezeichnen, der einen Wert im Idealfall einige Tage lang hält. Trotzdem reizt es hin und wieder, von den kurzfristigen Schwankungen des Marktes zu profitieren, was in den obigen beiden Beispielen sehr schön gelungen ist.

Hinweis

Die in der Rubrik >Set Ups< beschriebenen Trades dienen weder dazu, ein öffentliches Trading Konto zu führen noch meine Performance darzustellen. Viel mehr geht es mir darum zu zeigen, wie mein Handelsansatz funktioniert und welche Gedanken ich mir bei den einzelnen Trades mache. Letztlich soll auch ein Einblick in mein Trade- und Risikomanagement gegeben werden. Hinweisen möchte ich noch darauf, dass die beschriebenen Methoden und Techniken keineswegs als Handelsvorlage dienen sollen. Bitte entwickeln Sie Ihr eigenes Handelssystem.

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