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25.08.2010 | Psychologie
Trading – der Einstieg, das Warum?
Ich freue mich, Ihnen im trading netzwerk ein neues Team – Mitglied vorstellen zu dürfen: Markus Haspel aus Wien. Markus lebt in Wien und arbeitet seit ca. 8 Jahren sehr erfolgreich als Fondsmanager für österreichische und deutsche Vermögensverwalter. In dieser Funktion hat er sich auf den Bereich Fixed Income und Alternative Investment spezialisiert.
Im trading netzwerk wird Markus Haspel allen Partnern künftig sein Fachwissen in den Forex-Märkten zur Verfügung stellen, und unter anderem Live Tradings machen. Hier in der trading redaktion wird Markus ebenfalls von Zeit zu Zeit tätig werden und Beiträge einstellen. Freuen Sie sich auf das Know-how eines echten Trading Profis, der dieses Geschäft mit institutionellem Background von der Pike auf gelernt hat.
Heute beginnt er mit der essentiellen Frage, warum jemand überhaupt mit dem Trading anfängt.
Von Markus Haspel
Wieso beginnen Leute, ihr Erspartes in einen der vielen zur Verfügung stehenden Märkte zu werfen, und sich eventuell auf Gedeih oder Verderb dem Ergebnis dieses Unterfanges auszusetzen? Ihr, meist auf anderem und bewährtem Weg, erworbenes Kapital, das genauso gut in einem schönen Urlaub oder etwas Nützlichem wie einem Auto oder einer Sitzgarnitur aufgehen kann? Weshalb setzen sie sich freiwillig diesem Risiko aus mit wagen Erfolgschancen aus?
Wenn Sie diesen Artikel lesen, betrifft Sie diese Fragestellung unmittelbar – zumindest in irgendeiner Abstufung. Mich ebenso. Erfahrungsgemäß kommen mehrere Motivationsmomente zusammen: es ist schnelles und einfach verdientes Geld, man weiß was man tut; Langeweile; die Suche nach ein bisschen Aufregung; Selbstbestätigung; Neid auf den Börsenerfolg Anderer;…
All dies sind, wenn nicht gute, so zumindest nachvollziehbare menschliche Neigungen und Antriebsquellen.
Ist das Konto eingerichtet, kommt meist nach kurzer Zeit die erste Ernüchterung. So einfach ist es doch nicht, oder zumindest war es ein dummer Zufall, daß es nicht sofort klappt. So schnell geht es dann auch oft nicht, weil man diese kurze Verlustphase aussitzen muß. Das ist dann langweilig. Der Thrill, wenn die Order gegeben wird, ist auch nicht nachhaltiger Natur. Und der Neid wandelt sich unter der Erkenntnis, daß es sich um einen Zufallserfolg gehandelt haben muß, in abgeklärtes Mitleid.
Wieso geht es den meisten so oder ähnlich? Man kommt doch zumeist aus einer Arbeitsumgebung, die einem in schöner Regelmäßigkeit Erfolge zuführt, ist gut ausgebildet und kennt sich aus?
Trading, ernsthaft betrieben, ist ein Beruf. Somit haben die Wenigsten eine adäquate Ausbildung. Und die Meisten müssen sich als gebildete und erfolgsverwöhnte Menschen eingestehen, daß es daran scheitert, daß man nicht über das nötige Rüstzeug verfügt, diesen Beruf auszuüben. Daß unter Umständen die Motivation die Falsche war.
Wer mit einem langfristig erfolgreichen Trader spricht, wird feststellen, daß dieser die Aufregung meidet. Daß er eher nüchtern über den Erfolg spricht. Das kommt daher, weil es seine Arbeit ist. Niemand halst sich berufsmäßig zum Spaß Stress auf. Der Erfolg ist ein logisches Produkt korrekter Umsetzung von vordefinierten Prozessen. Keine geniale, einzigartig kluge, überaus riskante Wette mit oder gegen den Markt.
Es ist auch ein wesentlicher Unterschied zu anderen Berufen nennenswert: Erfolg ist nicht vorprogrammiert! In den meisten, auch verantwortungsvollen, Berufen, ist der Erfolg gleichsam Programm.
Oft gelangt man auch ohne große Eigeninitiative zum Ziel, indem man mitmacht und nicht dagegenarbeitet. Es bedarf drastischer Fehler, um wirklich Konsequenzen ziehen zu müssen. Zumindest sind Dinge verhandelbar. Weil man sich kennt, sympatisch ist, es eh nicht so tragisch ist, Fehler menschlich sind. Beim Trading ist ein Verlust ein Verlust. Nicht verhandelbar. Auch wenn es das letzte bisschen Vermögen ist. Man ist gesichtslos.
Wieso also tun sich Menschen das an?
Weil es, auf der anderen Seite, Unabhängigkeit verleiht. Weil es aufrichtig ist. Weil man Geld verdienen kann.
Herzliche Grüße, Markus Haspel
In Kürze geht Markus Haspel der Frage nach, wie man am besten mit dem Trading beginnen kann.
Trading – der Einstieg, das Wie?
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