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20.10.2009 | Investing
Serie "Der Geschäftsbericht" Teil 8: Die Eigenkapitlaveränderungsrechnung
Das „Statement of Financial Position“ (so die offizielle Bezeichnung der Bilanz
nach IAS/IFRS ab dem Jahr 2009!) hat auch eine detaillierte Eigenkapitalveränderungsrechnung zu beinhalten …
Von Prof. (FH) Dr. Hans Röhrenbacher
Ausgehend vom Stand des Eigenkapitals zu Jahresbeginn wird die Veränderung aufgrund des Periodenergebnisses, aber auch aufgrund von Wertänderungen, die nicht
über die Gewinn- und Verlustrechnung geführt werden (Berichtigungen sowie
bestimmte Auf- und Abwer-tungen = „other comprehensive income“), erfasst.
Gerade diese Umwertungen können höchst aufschlussreich sein. Zusätzlich sind alle Transaktionen mit den Anteilseignern (Kapitalerhöhungen, Gewinnausschüttungen,
mit Kapitalmaßnahmen verbundene Gewinn- und Kapitalrücklagenbewegungen usw.) in diese Tabelle aufzunehmen.
Die Veränderungen sind dabei getrennt für das Eigenkapital, das den Aktionären des Mutterunternehmens zusteht bzw. für das Eigenkapital, das den anderen Gesellschaftern zusteht, vorzunehmen. Aufgrund der Aktualität des Themas ist in diesem Zusammenhang die Bewertung des Vermögens nach dem „Fair-Value“-
Prinzip hervorzuheben. Danach kann es, abhängig von der Tagespreisentwicklung,
zu hohen Aufwertungsgewinnen, aber auch -verlusten kommen, die – je nach Vermögensgegenstand – entweder über die Erfolgsrechnung Eingang in den Jahresabschluss finden oder gleich direkt in das Eigenkapital gebucht werden können,
ohne dass das Periodenergebnis verändert wird.
Nach letzten Informationen dürfte der IASB (zuständiges Gremium für Änderungen
der IAS/IFRS) akzeptieren, dass Vermögensgegenstände im Jahresabschluss
2008 einer anderen Kategorie zugeordnet werden können, um solche Negativentwicklungen nicht im Periodenergebnis ausweisen zu müssen.
So weist die Österreichische Elektrizitätswirtschafts-AG (Verbundgesellschaft) im Zwischenbericht für die Quartale 1 – 3/2008 für das Vorjahr als „Summe der im Eigenkapital berücksichtigter Ergebnisse vor Steuern“ nur rd. -5 MioE, hingegen für das laufende Jahr rd. -134 MioE aus.
Es steht zu befürchten, dass die Abschlüsse für 2008 durch solche „Erleichterungen“
teilweise völlig realitätsferne Werte aufweisen werden und das eigentliche Ziel der Bilanzierung – korrekte Darstellung der wirtschaftlichen Situation, um den Aktionären richtige Entscheidungen zu ermöglichen – verloren geht.
Fortsetzung folgt!
Prof. (FH) Dr. Hans Röhrenbacher
Internet: www.roehrenbacher.at
Mail: office@roehrenbacher.at
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