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09.12.2010 | Investing
Hüten Sie sich vor den "Hypes"!
Neue oder seltene Erden! Seit Wochen geistert dieses Thema durch die Gazetten. Wo wir sie nicht überall brauchen, wo es sie gibt, wie sie zu finden sind oder in welchen Geräten sie zum Einsatz kommen. Fakt ist: ein Investor wie Sie oder ich sollte auf solche Störgeräusche nicht achten. Wir private Trader können mit diesen Trends selten Geld verdienen.
Ich kann mich noch erinnern, als vor einigen Jahren die Nanotechnologie in aller Munde war. Da war von Kleidung zu hören, die nicht mehr schmutzig wird, von Autos, die sich selbst reinigen oder von vielen anderen, sensationellen Möglichkeiten. Und natürlich gab es auch Unternehmen, in die man damals laut Angaben einiger Marktschreier unbedingt investieren musste. Jetzt frage ich Sie: wo stehen diese Firmen heute? Wo notieren deren Aktien? Was ist da schief gegangen und wer war letztlich auf der Strecke geblieben?
Ich will ja nicht abstreiten, dass das Potential der Nanotechnologie vorhanden ist. Aber Fakt ist: ich weiß es nicht mal wirklich. Und Gegenfrage: wissen Sie es? Kennen Sie sich in diesem Fachgebiet aus? Ich traue mich zu wetten, dass dem nicht so ist. Wer von uns „Normalsterblichen“ hat denn wirklich eine Ahnung, in welches dieser Unternehmen man investieren muss, um an diesem möglichen Hype zu profitieren?
Wo wir nun wieder bei den seltenen Erden angelangt sind. Dem nächste Hype, der scheinbar derzeit unvermeidlich ist. Sogar erste Bücher sind zu diesem Thema schon erschienen, was für mich immer ein Warnsignal ist. Als ich meine trading netzwerk Umfrage machte, in welchen Bereichen Know-how zugebaut werden soll, bekam ich tatsächlich den Hinweis, dass jemand sich Fachwissen zu diesem Thema wünscht. Hallo? Was meinen Sie: wie viele Leute in Deutschland, Österreich oder der Schweiz in diesem Fachgebiet einen Überblick haben? Hundert, fünf? Keine Ahnung – Sie oder ich in jedem Fall nicht.
Leider hat der Mensch den Drang, die Dinge am meisten zu beachten, die am kompliziertesten klingen. Beim Trading erlebe ich immer wieder, wie enttäuscht die Menschen sind, wenn Sie erfahren, mit welch einfachen Mitteln ich arbeite. „Und Sie beachten keine Indikatoren?“ „Sie schauen auf keine kleineren Zeiteinheiten?“. „Sie lassen das Volumen außer Acht?“ Ja! Weil das alles nichts zählbares bringt!
Ich hab mich vor ein paar Tagen mit Markus Haspel, Fondsmanager und Referent im trading netzwerk unterhalten. Er handelt Forex, Schwerpunkt Euro/Yen und verwendet dazu den 5 Minutenchart. Sein Statement dazu: ich verwende nur die Charts. Indikatoren sind zu langsam. Alles was ich wissen muss, kann ich auch aus dem Chart ableiten.“ Was soll man da hinzufügen?
Kommen wir zum Investing. Aktien von Siemens, BASF oder von der Allianz? Kinderkram und für alte Omas. Es müssen schon seltene Erden wie Neodym, Indium, Lanthan oder Gallium sein, auf die Lieschen Müller setzt. Und dann wundert man sich, wenn das Ganze den Bach runter geht. Wenn Sie erfolgreich und nachhaltig investieren möchten, gewöhnen Sie sich an, gegen den Strom zu schwimmen. Das betrifft zum einen das Timing (kaufen Sie dann, wenn alle anderen Verkaufen), zum anderen gilt das aber auch für die Auswahl der richtigen Unternehmensbeteiligungen. Wenn Sie schon mir nicht glauben, dann halten Sie es wie Warren Buffet: „kaufen Sie nur das, was Sie verstehen“. Und ganz so falsch ist Buffet mit diesem Ratschlang in den letzten 30 Jahren ja nicht gelegen…
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