05.03.2010 | Fachwissen

Zum Millionär durch Fleischbällchen-Trading?

Ein neuer Beitrag von unserem fleißigen Gastautor Benjamin Scurtu.
Vor kurzem habe ich mir mit meinem kleinen Bruder “iCarly” angeschaut, eine Fernsehserie für Jugendliche. Dort gibt es einen Charakter der Spencer heißt. Dieser Spencer hat sein magisches Fleischbällchen, ein Kinderspielzeug, wieder gefunden.

Man stellt diesem Fleischbällchen eine „Ja oder Nein“-Frage schüttelt es und anschließend antwortet es darauf. Außerdem erzählt er in der Serie, dass er laut Internetrecherchen herausgefunden hat, dass es in der Welt einen Aktionär gibt, der Millionär wurde, nur weil er sich auf das Fleischbällchen verließ.

Als ich das gehört habe, musste ich etwas Schmunzeln und habe mir gedacht, wenn das nur so einfach wäre. Doch nach kurzer Überlegung bin ich zur Überzeugung gekommen, dass so etwas auf jeden Fall möglich ist, denn alles ist ja ein Spiel der Wahrscheinlichkeiten.

Nehmen wir an, eine Aktie notiert gerade bei 50 Dollar. Trader A beginnt nun diese Aktie zu analysieren. Er schaut sich die fundamentalen Daten an, studiert den Chart anhand der Charttechnik und fragt auch andere Trader nach Ihrer Meinung. Nach einer gründlichen Analyse von einer Stunde ist er zu dem Schluss gekommen, die Aktie LONG zu handeln.

Trader B dagegen nimmt einen schönen Wiener Philharmoniker (Fleischbällchen) her, der aus seiner Goldsammlung stammt. Er wirft die Münze in die Luft, fängt sie wieder auf, und siehe da, es zeigt die Vorderseite, mit ausgewählten Instrumenten des weltberühmten Orchesters auf. Für Trader B heißt das, er geht LONG in die Aktie.

Hier kurz zusammengefasst:

Trader A

Long zu: 52 Dollar
Stopp: 50,70 Dollar
Aktienanzahl: 211 Aktien

Trader B

Long zu: 51 Dollar
Stopp: 49,72 Dollar
Aktienanzahl: 214 Aktien

Beide Trader haben die gleiche Stoppstrategie und beide gehen ein maximales Risiko von 2% vom Gesamtvermögen ein. Außer der Einstieg ist verschieden. Trader A ist durch die Charttechnik zu 52 Dollar Long gegangen. Trader B ist zu Börseneröffnung gleich Long gegangen, er hat den Kurs von 51 Dollar erwischt.

Die Aktie XYZ hat sich kurz nach oben bewegt, doch seit ein paar Stunden geht es nur noch abwärts. Es kommt wie es kommen muss und beide Trader werden ausgestoppt. Trader A verliert 274 Dollar und auch Trader B verliert 274 Dollar.

Welcher Trade war nun der BESSERE? Davon abgesehen das beide Verloren haben. Trader A hat den besseren Trade gemacht, oder? Denn er ist viel professioneller an die Sache gegangen.

Eine andere Frage noch: „Welcher Trader ist psychologisch mehr angeschlagen?“ Bei welchem Trader besteht die Gefahr mehr, dass er mehr an seine Fähigkeiten im Trading zweifelt? Nun, Trader B hat 2 Sekunden gebraucht um sich zu entscheiden in welche Richtung er Aktie XYZ handeln möchte, sprich er kann mit dem Verlust sicherlich besser umgehen, denn es kann ja nicht jeder Trade im Plus enden. Trader A dagegen hat eine ganze Stunde gebraucht zur Entscheidungsfindung.

Das Resultat ist im Endeffekt das Gleiche, ein Verlust von 274 Dollar. Ich möchte damit nur eines sagen, man sollte Einstiegssignalen nicht zu hohe Aufmerksamkeit schenken. Natürlich gibt es Einstiegssignale mit denen man gut Geld verdienen kann, doch man kann auch ohne Meinung bezüglich dem Markt sehr gut Geld verdienen, wenn man nach einem System handelt.

Ich habe zum Beispiel im Jahr 2009 insgesamt vier Monate so gehandelt. Nach einem Münzwurf bin ich Long bzw. Short in eine Aktie gegangen. Was glaubt Ihr, was für eine Performance dabei rausgekommen ist? Es waren 55,10% exkl. Gebühren.

Insgesamt 133 Trades, davon waren 37 Gewinntrades und 96 Verlusttrades, eine Trefferquote von 27,82%. Da sieht man auch, dass man keine hohe Trefferquote braucht um schön im Plus zu sein. Hier die Performancekurve:

Ein erfolgreiches Trading!
Benjamin Scurtu
www.ihr-ratgeber.at


Eine Bestellmöglichkeit des Trading Buchs von Benjamin Scurtu finden Sie hier

trading redaktion · Thomas Vittner · Trading & Education · Bandgasse 33-41/19 · 1070 Wien
Design: Grafischer Dienst