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06.07.2010 | Fachwissen
Märkte am Morgen - 6. Juli 2010 (Teil 2)
Wie es zu erwarten war, war gestern ein sehr ruhiger Handelstag. Da die US Börsen geschlossen hatten, und darüber hinaus der Sommer begonnen hat, waren die meisten institutionellen Händler, die den Kurs so richtig in Bewegung setzen können, gar nicht an ihren Arbeitsplätzen. Trotzdem wollen wir nun gemeinsam untersuchen, was aus den gestern gefundenen Signalen geworden ist.
Gegen 9.30 Uhr begann meine Trading Session, und alle vorbörslich gefundenen Singale wurden nun auf taktische Möglichkeiten hin geprüft. Kommen wir nun zu den Charts in einzelnen:
K & S
Diesen Wert hatte ich auf meiner Long Watchlist. Sie sehen selbst, dass die Aktie gestern nicht besonders stark war. Es konnte daher kein Trade gestartet werden, weil ich bei meinen Swing-Trades stets ein duplizierbares Signal abwarte. Dieses Signal besteht daraus, dass der Kurs bei Long-Trades über das Hoch des Vortages laufen muss. Das geschieht intraday jedoch nicht, und so kommt es hier zu keiner Positionseröffnung. Es soll noch darauf hingewiesen werden, dass die Aktien erneut einen Umkehrstab auf der Long-Seite ausgebildet hat (diesmal sogar einen sehr „schönen“). Die Aktie ist daher heute erneut auf meiner Long Watchlist.

RWE
Diese Aktie wollte ich short handeln. Sie sehen ja selbst, dass der Wert aber gestiegen ist. Auch hier konnte daher kein Trade gestartet werden, da bei Short Trades der Kurs unter das Tief des Vortages (=duplizierbares Signal) sinken muss. Diese Kursmarke wurde intraday nicht einmal ansatzweise erreicht. Daher gilt auch hier: ich blieb flat!

Deutsche Börse
Der erste Trade des gestrigen Tages. Der Einstieg erfolgte short einige Ticks vor Erreichen des Vortagestiefs. Ich habe somit die Position etwas „aggressiver“ eröffnet, und nicht so lange gewartet, bis der Kurs unter das Vortagestief sinkt. Stopp 1 liegt über dem Hoch des 5. Juli. Bei dieser Position läuft derzeit alles nach Plan und der Trade notiert leicht im Plus.

Commerzbank
Hier stehen wir vor der Tatsache, dass der Trade vom Chartbild zwar handelbar gewesen wäre, mein Risikomanagement mir eine Ordereingabe jedoch verboten hat. Die Position hätte bei 5,80 short eröffnet werden müssen. Stopp 1 wird bei mir über dem Hoch des aktuellen Handelstages platziert. Diese Kursmarke liegt (zum Zeitpunkt der Ordereingabe um ca. 9.30 Uhr) bei 5,93. Das Initialrisiko beträgt somit 2,24 Prozent. Zu viel, denn mein Risikomanagement erlaubt einen maximalen Abstand von 2 Prozent. Der Wert wird daher von meiner Watchlist genommen.
Anmerkung: Aktien die unter 10 notieren, handle ich aufgrund der (meist) hohen Volatilität ohnehin nur sehr ungern.

MAN
Ein Sonderfall. Hier hätte alles gepasst: der Trade war vom Chartbild her handelbar, und auch mein Initialrisiko wäre in Ordnung gewesen. Gegen 9.30 Uhr sollte daher der Einstieg bei 66,96 short erfolgen (etwas unter dem Vortagestief). Stopp 1 wäre bei 67,75 gelegen (aktuelles Tageshoch). Als ich die Order jedoch einstellen wollte, war der Spread außergewöhnlich hoch (10 Cent). Ich stellte daher die Order für einige Minuten zurück, doch auch gegen 10.00 Uhr war der Spread weiter als gewohnt. Da WH Selfinvest echte Reuters Kurse (=echte Börsenkurse) anbietet, dürfte dieser Wert um diese Uhrzeit wohl wenig gehandelt worden sein. Da ich gegen 10.15 meinen Arbeitsplatz verlassen musste, musste ich auf diesen Trade aufgrund des großen Spreads leider verzichten.

Münchner Rück
Die Aktie war zu “schnell” für mich, was bedeutet, dass der Kursrückgang bereits wenige Minuten nach Börseneröffnung drastisch war. Die Aktie hatte bereits um 9.15 die Kursmarke Vortagestief (wäre mein short Einstiegssignal gewesen) hinter sich gelassen – daher musste ich auch hier notgedrungen auf einen Trade verzichten. Wenn ich auf die aktuelle Kursentwicklung blicke muss ich allerdings hinzufügen: war vielleicht gar kein schlechtes Omen!

Deutsch Post
Ähnlich wie RWE präsentiert sich dieser Wert heute trotz fallender Kurse fest. Die Aktie steigt, und der Short Trade kann daher nicht realisiert werden.

Fazit
Wie so oft kommt es trotz prall gefüllter Watchlist (ich hatte noch einige andere Aktien aus Holland und Frankreich auf meiner Watchlist) am gestrigen Tag lediglich zu einem einzigen Trade bei den Dax Werten. Wie dieser Trade letztlich enden wird, soll nicht weiter Gegenstand dieses und der nächsten diesbezüglichen Beiträge sein (und kann vom interessierten Trader bei Interesse schließlich auch eigenständig nachverfolgt werden).
In der Serie „Märkte am Morgen“ (oder „Märkte am Nachmittag, wenn künftig eine US Trading Session auf diese Weise von mir kommentiert wird) geht es ausschließlich um Strategie & Taktik hinsichtlich des Screenings und der Positionseröffnung, das Trademanagement (=Nachziehen der Stopps) wird hingegen zu gegebener Zeit und unter einem anderen Themenkreis diskutiert werden.
Diese Entwicklung zeigt übrigens erneut, dass der Markt Probleme damit hat, einen Boden zu finden, obwohl die Futures in der Nacht auf heute ordentlich angezogen haben. Wie ich schon vor Wochen vermutet hatte, war nach dem langen Kursanstieg der Indizes in 2009 und Anfang 2010 nun die nachhaltige Korrektur überfällig, und der Investor Thomas Vittner freute sich so in den letzten Tagen über einige günstige Einstiegskurse.
Der Trader Thomas Vittner wartet geduldig auf den nächsten großen Swing auf der Long Seite, doch wann der kommen wird, steht – wie immer an den Börsen – bekanntlich in den Sternen.
Design: Grafischer Dienst

