11.01.2010 | Fachwissen

Geglättete Kerzen

Sind Sie auch schon vor einem Chart gesessen, und aufgrund bestimmter Kerzen Long oder Short gegangen, um dann zu sehen, dass Sie sich geirrt hatten in Bezug auf die Trendrichtung?

Von Andreas Jobs & Thomas Vittner

… Dann sollten Sie sich vielleicht einmal die “Heikin Ashi” Methode ansehen. Bei dieser Art der Kerzendarstellung werden kleinere Kursbewegungen herausgefiltert – sprich “geglättet” und die Chartdarstellung somit modifiziert.

Candlesticks, die in unseren Breiten einen immer größeren Stellenwert im Trading genießen, sind oftmfals das Handwerkszeug des Traders. Der Trader “sieht” mit diesen Charts mehr, denn schließlich bekommt man bei den Kerzen 4 Informationen zu einer jeden Zeiteinheit geliefert, während es beim Linienchart bloß eine ist. Kein Wunder also, dass Trader dieser Charteinstellung gerne verwenden, um Kursmarken wie Tageshoch, oder -tief zu lokalisieren und um diese Punkte die Set Ups zu planen.

Doch wie alles im Leben haben auch die Candles Nachteile. Gerade bei der Trenderkennung sieht man rasch den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr, und deswegen wurde von dem schwedischen Trader Dan Valcu die Heikin Ashi Methode entwickelt. Durch die Anwendung dieser Charteinstellung werden die Auf- und Abwärtsbewegungen im einen Trendverlauf “sauberer” und man erkennt so eine eindeutigere Tendenz als bei der herkömmlichen Darstellung mit “gewöhnlichen” Candlesticks.

Als Beispiel dient hier der Chart des S&P500 auf Tagesbasis. Zuerst in der “normalen” Candlestick Darstellung.

Sehen Sie nun den gleichen Chart, diesmal jedoch mit der Einstellung “Heikin Ashi”.

Erkennen Sie die Unterschiede in den beiden Darstellungsformen? Eklatant werden sie vor allem beim Wechsel zwischen Bewegung und Korrektur. Also genau an jenen Stellen im Chartverlauf, wo ich gerne neue Positionen eingehe. Den “Heikin Ashi” finden Sie übrigens bei den meisten Tradingplattformen unter “Chart Typ” und er funktioniert mit jedem Underlying und in jeder Zeiteinheit.

Ich brauche Ihnen nicht zu erzählen, dass das Trading auch mit dieser Chartdarstellung nicht “einfacher” wird. Trotzdem denke ich, dass dieses Tool gerade im Swingtrading einen Sinn ergeben kann. Ich selbst kenne diese Charteinstellung zwar schon länger, habe aber ehrlich gesagt noch selten damit gearbeitet. Erst vor kurzem bin ich durch einen entsprechenden Fachartikel wieder darauf aufmerksam und gleichzeitig neugierig geworden.

Denn eine erste Sichtung der Charts kombiniert mit meinem Swingtrading Ansatz scheint vielversprechend, und ich werde daher der “Heikin Ashi” Darstellung in Zukunft mehr Beachtung schenken und ein wenig “ausprobieren”. Meine Rückschlüsse daraus werden hier in der trading redaktion in naher Zukunft nachzulesen sein.

Thomas Vittner &
Andreas Jobst
http://nextturtle.blogspot.com

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