08.02.2010 | Fachwissen

Basiswissen Börse – Teil 8: Anlageformen (Teil 2 - Anleihen)

Eine beliebte Variante der Fremdfinanzierung in größerem Umfang sind verzinsliche Wertpapiere, die auch als Schuldverschreibungen, Anleihen, Pfandbriefe, Rentenpapiere, Obligationen oder auf Englisch als Bonds bezeichnet werden. Diese sind auf den jeweiligen Inhaber lautende Schuldverschreibungen …

Der Käufer einer Schuldverschreibung (der Gläubiger) besitzt eine Geldforderung gegenüber dem Emittenten(dem Herausgeber oder Schuldner). Dieses Recht ist in einer Urkunde (dem Wertpapier) verbrieft. Dabei sind die Höhe der Schulden sowie die Zinszahlungen festgeschrieben. Der Schuldner eine Anleihe beschafft sich mit dieser auf dem Kapitalmarkt Fremdkapital. Er erhält von den Käufern der Schuldverschreibungen Kredite, die bis zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückgezahlt werden müssen. Dabei erhält der Käufer im Gegensatz zu Aktien kein unmittelbares Eigentum an dem Schuldner.

Als Schuldner kommen folgende Institutionen infrage:

- Staat (Staatsanleihen, Government Bonds) – Kommunen und öffentlich-rechtliche Körperschaften (Municipals) – Banken und Versicherungen (Pfandbriefe Banking Bonds) – Unternehmen (Unternehmensanleihen, Corporate Bonds)

Anleihen werden nach ihrer Laufzeit in kurzfristig (bis vier Jahre), mittelfristig (4-8 Jahre) und langfristig (über acht Jahre) unterschieden. Zudem können Anleihen in Schuldnerkündigungsrecht ausgestattet sein, dass dem Emittenten die vorzeitige Tilgung (Rückzahlung) erlaubt.

Die wichtigsten Formen von Anleihen sind:

Standardanleihen: diese sind die häufigste Form von Anleihen werden auch als fest Zinsanleihen, Straight Bonds oder in Plain Vanilla Bonds bezeichnet. Sie haben eine feste Verzinsung (Kupon) über die gesamte Laufzeit.

Nullkuponanleihe: diese Anleiheart wird auch „Zerobond“ genannt und hat keine Zinskupons. Der Ertrag des Gläubigers besteht ausschließlich in der Differenz zwischen Rückzahlungskurs und Emissionskurs. Deshalb werden Nullkuponanleihen meist mit einem hohen Abschlag (unter pari oder mit Disagio) ermittelt, und bei Fälligkeit zu 100 % (also pari) zurückgezahlt. Diese Anleihenart wird gerne für Kapitalgarantieprodukte verwendet.

Tilgunganleihen: Auslosungsanleihen sind Anleihen, die einen festen Kupon haben, deren Nennwert jedoch nicht zur Gänze am Fälligkeitstag zurückgezahlt wird, sondern über einen bestimmten Zeitraum.

Annuitätenanleihen: Hier erfolgt die Rückzahlung in gleichen Beträgen bis zum Laufzeitende. Diese Beträge beinhalten sowohl den Kupon als auch jeweils einen Teil der Tilgung.

Wandelanleihen: Weisen meist einen geringeren Kupon auf als Plain Vanilla Bonds, haben aber ansonsten ähnliche Charakteristika. Dafür ist eine Call Option in die Anleihe integriert. Editoren haben damit die Möglichkeit, am Ende der Laufzeit die Tilgung in Form von Aktien des Emittenten zu einem zuvor vereinbarten Kurs statt in bar vornehmen zu lassen. Dadurch besteht die Chance auf einen deutlich über der üblichen Anleiherendite liegenden Ertrag.

Fortsetzung folgt!

Auszug aus dem Buch Basiswissen Börse. Zur Verfügung gestellt von:

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