Neueste Artikel
Psychologie
Set-Ups
Fachwissen
Dies&Das
Investing
Literatur
Education

27.07.2010 | Fachwissen
Basiswissen Börse – Teil 11 - CFDs
CFDs sind Wertpapiere, die bereits seit mehr als 20 Jahren von Banken und institutionellen Investoren für Handelsstrategien genutzt werden. Seit 1999 sind sie auch für Privatanleger zugänglich…
Was sind CFDs?
CFDs sind künstliche Aktien, Index, Devisen oder Rohstoffpapiere. Wer mit ihnen handelt, partizipiert so zu 100 % an der Bewegung des Basiswertes (beispielsweise einer Aktie), ohne diesen jedoch physisch zu besitzen. Der Vorteil von CFDs gegenüber anderen Derivaten liegt darin, dass das Papier immer auf Höhe seines Basiswertes dessen Kursveränderungen eins zu eins nachvollzieht, und zudem keine feste Laufzeit besitzt. Der Einstieg in den CFD Markt ist leicht, schon mit wenig Kapital können Anleger unkompliziert an den Börsen agieren und Aktien, Rohstoffe, Devisen und Anleihen aus aller Welt handeln.
Der Unterschied zu Futures und Optionen
Erwerb einer Option errechnet sich nicht nur aus den Kursschwankungen eines bestimmten Basiswertes (Underlying) sondern berücksichtigt noch weitere Faktoren. Einer dieser Faktoren ist beispielsweise die Restlaufzeit der Option. Bei Futures ist die Auswahl an Basiswerten streng limitiert, auf Rohstoffe, einige Indices Umdrehungen.
Bei CFDs ist die Sache einfacher: die Preisentwicklung ist zu 100 % von der Kursentwicklung des Basiswertes abhängig. Angenommen, Sie kaufen einen CFD auf die BASF Aktie. Ihre Markterwartung tritt ein und das Papier von BASF steigt um 5 %. Jetzt wird der Kurs für den CFD ebenfalls um 5 % steigen. Auch der Handel mit Indices beziehungsweise Sektorenindices ist ganz leicht möglich. So können nun auch Kleinanleger schnell in verschiedenen Branchen handeln. Diese Möglichkeit stand bis vor kurzem nur stark kapitalisierten Fondsmanagern zur Verfügung.
Weitere Besonderheiten
Der CFD bildet immer die Entwicklung des Basiswertes ab, unabhängig vom Zinsniveau, Volatilität oder anderen Einflussfaktoren. CFDs haben keine Laufzeiten beziehungsweise Verfallsdaten, sind also nicht Laufzeitgebunden. Die Auswahl an CFDs ist gigantisch. Es gibt kaum einen Basiswert, der nicht mit CFDs gehandelt werden könnte.
Aktien können quer über den Globus gehandelt werden, sowohl die bekannten Bluechips als auch die Werte aus der zweiten Reihe beispielsweise die M-DAX Kandidaten Puma, Krones oder Gildemeister. Natürlich sind auch Mitglieder der Tec-DAX Familie handelbar. Wichtig: wer den Rahmen der nationalen Anlagemöglichkeiten verlässt, der hat auf lange Sicht bessere Ertragsmöglichkeiten. Nur wer bereit ist, in allen Trends weltweit zu verdienen, der wird auch an Bord sein, wenn es soweit ist.
Die Entwicklung von CFDs
Im institutionellen Handel kamen CFDs schon früh zum Einsatz, aber erst 1999 ermöglichte es ein britischer Broker seinen Privatkunden, mit CFDs zu handeln damit begann der schnelle Aufstieg dieses Produkts in Großbritannien. Der Grund dafür liegt in der steuerlichen Behandlung der CFDs in England. Die Spekulationssteuer entfällt nämlich auf CFDs gänzlich.
Die britischen Broker erkannten das Potenzial dieses Derivates und nahmen die CFDs in ihr Angebot auf. Da die Depots vieler Privatanleger Ende 1999 große Gewinne verzeichneten, suchten die Investoren nach Möglichkeiten, ihre Steuerlast zu drücken. Bis heute ist in England die Popularität von CFDs ungebrochen. Man schätzt, dass etwa ein Viertel aller Aktienumsätze in England mit CFD – Transaktionen zustande kommt.
Der Handel mit CFDs in kam in Deutschland dagegen erst vor einigen Jahren ins Rollen. Verschiedene Broker nahmen diese Produkte in ihr Angebot auf. Die Gebühren waren aber viel zu hoch, das Angebot zu klein und dadurch die Akzeptanz bei den privaten Händlern und Trader entsprechend gering. Doch seit Mitte des Jahres 2005 agieren CFD Broker verstärkt auch hierzulande. Durch den gestiegenen Wettbewerb änderte sich das Bild im CFD – Markt, denn das Angebot an handelbaren CFDs wächst stetig weiter.
Wie mit CFDs Geld verdient wird
Long Position: bei einer Long – Position profitiert der Anleger von steigenden Kursen. Fallen die Kurse, bezeichnete Trader einen Verlust. Wird eine Long – Position beispielsweise in der Aktie von Cisco – Systems zu 27 $ eröffnet, setzt der Besitzer der Aktie auf steigende Kurse. Steigt die Aktie auf 30 $, kann ein Gewinn von 11 % verzeichnet werden. Fällt die Aktie jedoch auf 25 $, steht ein Verlust von 7,5 % an. Analog verhalten sich CFDs.
Short Position: bei einer Short – Position profitiert der Anleger von fallenden Kursen. Steigen die Kurse, verzeichnet der einen Verlust. Wird eine short Position in der Aktie von Cisco Systems zu 27 $ eröffnet, setzt der Besitzer der Aktie auf fallende Kurse. Steigt die Aktie auf 30 $, muss ein Verlust von 11 % verzeichnet werden. Fällt die Aktie jedoch auf 25 $, entsteht ein Gewinn von 7,5 %. Achtung: in der Regel lässt sich in Deutschland nur von fallenden Kursen profitieren, wenn man den Umweg über Derivate geht.
Was Anleger beachten sollten
Transaktionskosten: Darunter versteht man die Kosten, die einem Händler entstehen, wenn er eine Position eröffnet oder schließt. Diese Kosten sind in der Regel an einen Broker zu bezahlen. Die Transaktionskosten decken die Dienstleistung ab, dass der Broker den Kunden die Position an der Börse erwirbt oder abstößt und die Finanzprodukte in das Depot des Kunden bucht oder sie dort ausbucht.
Die Transaktionskosten sind aufgrund der Computer und Internetrevolution in den vergangenen Jahren drastisch gesunken. Insbesondere CFDs können äußerst kostengünstig gehandelt werden und zur Freude der Anleger sind bei den meisten Brokern die Analysesoftware sowie die Realtime Kursdaten kostenfrei zu nutzen. Anleger sparen dadurch mehrere 100 € pro Monat, die sie sonst an Lieferanten von Echtzeitdaten entrichten müssten.
An und Verkauf
Spread: Darunter versteht man die Differenz zwischen dem An- und dem Verkaufskurs. Angenommen, die Bayer Aktie notiert derzeit auf einem Kurs von 50,40 € zu 50,42 €. Wenn Sie eine Aktie kaufen wollen, müssen sie (abgesehen von den Transaktionskosten)50,42 € je Stück bezahlen. Wenn Sie die Aktie in derselben Sekunde wieder verkaufen wollen, bekommen sie zwei Cent weniger je Aktie gezahlt. Dies entspricht einem praktischen Verlust.
Bei short Positionen verhält es sich nicht anders. Wird eine short Position in der Bayer Aktie zu der obigen Kursnotierung eingegangen, muss die Aktie zu 50,40 € leerverkauft werden. Bei einer Glattstellung in der gleichen Sekunde müssen bei dem Rückkauf zwei Cent je Aktie mehr bezahlt werden. Der Verlust im Spread ist derselbe.
Teil 2 über CFDs folgt hier kürze!
Auszug aus dem Buch Basiswissen Börse. Zur Verfügung gestellt von:
BörseGo AG
www.godmode-trader.de
FinanzBuch Verlag
www.finanzbuchverlag.de
Design: Grafischer Dienst
