22.04.2013 | Fachwissen

Trading und Fundamentaldaten

Ein „echter“ Trader achtet nicht auf Fundamental- oder Wirtschaftsdaten sondern orientiert sich rein technisch. Ob er dabei Indikatoren, Charttechnik oder andere Parametereinstellungen verwendet, ist zweitrangig. Ist das wirklich so? Ist ein Trader wirklich vollkommen abstinent in Sachen Fundamentaldaten? Oder gibt es Informationen, aus denen er einen Vorteil ziehen kann? Der folgende Beitrag widmet sich diesem Thema.

Stellen Sie sich rein fiktiv folgende Situation vor: heute Abend spricht der amerikanische Notenbankchef Bern Bernanke. Die Märkte liefen in den letzten Wochen nach unten und unser Swingtrader ist im Hinblick auf seine Signale in den letzten Tagen eher auf der Long Seite gewichtet. Beim durchforsten der aktuellen Wirtschaftspresse fand unser fiktiver Trader Martin den Hinweis auf das heutige Notenbank Meeting. Da er ein besonnener Trader ist, unterlässt er es heute, seine Signale (allesamt Long) umzusetzen. Er will vielmehr an der Seitenlinie bleiben und abwarten, was diese Rede ergab und wie vielmehr die Märkte darauf reagieren. Denn schließlich sei ja morgen auch noch ein Tag…

Es kommt wie es kommen muss. Die Kurse schießen nach einer eher schwachen Eröffnung nach oben. Die am späten Abend angesetzte Rede des Notenbank Chefs sorgt nur kurz für ein kleines Gezappel der Notierungen und gleich danach geht es weiter aufwärts. Der S&P 500 geht mit einem satten Plus von 2,5% aus dem aktuellen Handelstag. Das war der höchste Tagesgewinn in diesem Jahr. Martin ist sauer. Er hat den Move verpasst. Er war nicht dabei? Hat er somit richtig oder falsch gehandelt? Denn natürlich – es hätte auch anders kommen können.

Ich denke, die Frage richtig oder falsch stellt sich in diesem Zusammenhang nicht. Vor allem dann nicht, wenn man den Ausgang (es ging in diesem Fall – zufällig – nach oben) der Sache mitberücksichtigt. Vielmehr sollte sich unser Trader generell fragen, welche Ereignisse er beachtet und welche nicht. Das das in jedem Einzelfall dann nicht immer die beste Entscheidung gewesen sein muss, weiß ein erfahrener Trader ohnehin. Deswegen heißt es beobachten und/oder backtesten, was gut für die Performance oder Stabilität eines Handelssystems ist oder was nicht.

Diskretionäre Trader (die, die beobachten) haben naturgemäß einen Nachteil gegenüber Systemtradern (die, die backtesten). Denn zweitere Gruppe wirft einfach die Backtesting Software an und prüft, wenn die Idee oder der Filter in Computercode gegossen wurde, welche Auswirkungen das auf die historische Performance (und auf das System als Ganzes) gehabt hat. Ein diskretionärer Trader kann das auch, nur dauert es für ihn wesentlich länger, diese Infos auszulesen.

Zum Glück kann man mit den heutigen Möglichkeiten schon einige Dinge testen (manuell überprüfen konnte man das immer schon), bei denen es noch vor ein paar Jahren keine Möglichkeit gab. Earnings,Dividendenausschüttungen, Analysen Herauf- und Herabstufungen, Insider Transacitons oder diverse andere News. Doch gerade beim Backtesting stellt sich die Frage: wie gut sind meine Quellen? Die Frage nach der Datenqualität ist hier zentral, denn wenn ich meine Regeln auf falsche Tatsachen baue, dann ist das, wie wohl jedem verständlich, nicht das Gelbe vom Ei.

Welche Daten ich nun in meinem Trading beachte, warum und wo ich diese Infos herbekomme darüber berichte ich im nächsten Beitrag zu diesem Thema.


14.02.2013 | Fachwissen

Chartwatching & Systemtrading?

Zwei die sich mögen oder nicht? Einerseits: nein! Wenn der Computer meine Signale generiert dann brauche ich kein Chartbild sehen. Andererseits ja: wenn der Computer Signale generiert muss ich auch das Chartbild sehen. Wie das zusammenpasst versuchen wir in diesem Beitrag aufzuarbeiten.

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24.01.2013 | Fachwissen

Der Zinseszinseffekt - Teil 2

Im ersten Teil über den Zinseszinseffekt sprachen wir darüber, wie stark dieser die Performance eines Trading Systems beeinflusst. Im Positiven, denn wenn man ständig Geld vom Konto abzieht wirkt sich das sehr negativ auf die kumulierten Gewinne aus. Wie sieht es aber nun dann aus, wenn man nicht die ganzen Gewinne sofort abzieht sondern sich nur einen Teil davon auszahlen lässt. Kann man vom Trading leben, wenn man ständig Geld vom Konto wegnimmt? Wie viel Kapital braucht man, damit man vom Trading leben kann? Dieser Beitrag versucht, einige Antworten zu geben.

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26.12.2012 | Fachwissen

Performance Kennzahlen

Wenn Trader damit beginnen, Trading Modelle zu entwickeln, ist eine möglichst hohe Performance ihr größtes Anliegen. Das ist verständlich, ging es mir anfangs ebenso, doch leider eben nicht der richtige Weg. Denn trotz aller Vorsichtsmaßnahmen bei der Entwicklung, um Curve Fitting zu vermeiden darf man einen nicht vergessen. Ein Backtest ist ein Blick zurück…

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12.12.2012 | Fachwissen

Der Zinseszinseffekt - Teil 1

Wenige Trader wissen, wie dieses Geschäft wirklich funktioniert. Denn nur so ist zu erklären, warum so viele von denen, die es versuchen, scheitern. Sie scheitern, weil sie mit schlechter Technik arbeiten. Sie scheitern aber auch, weil sie die mentale Stärke nicht aufbringen, sich an ihre Regeln zu halten. In guten wie in schlechten Zeiten. Aber es gibt noch einen dritten Grund, warum es bei vielen nicht klappt. Geld! Weil sie entweder zu wenig Geld haben oder durch ständige Entnahmen ihr Konto dezimieren. Schauen wir gemeinsam auf den Zinseszinseffekt und wie dieser die Entwicklung eines Trading Modells beeinflusst.

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08.11.2012 | Fachwissen

Wie man gehebelte Produkte ungehebelt handelt

Der Hebel ist die Wurzel allen (vielen) Übels. Würde man von heute auf morgen die Spekulation auf Kredit verbieten, wäre vieles an den Märkten anders. In jedem Fall wäre die Ausfallsrate der privaten Trader nicht so hoch. Denn vielfach wird mit Beträgen gehandelt, die weit jenseits eines Jahresgehalts liegen. Und warum das alles? Weil die Menschen glauben, von heute auf morgen reich zu werden.

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