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06.05.2010 | Dies&Das
Das Glück gehört den Tüchtigen
Manchmal braucht man als Trader auch Glück, denn nicht anders ist es zu erklären, warum ich heute Abend keinen Trade laufen hatte. Epochale Ereignisse brachen über die Märkte herein, und ich war gerade mit wichtigen Dingen anderweitig beschäftigt.
Der Dow Jones verlor heute intraday in der Spitze 1000 Punkte und ich genoss zur gleichen Zeit daheim am Sofa eine (mäßig) spannende DVD. Der Film mit Bruce Willis (Surrogates) war bei weitem nicht so aufregend wie die Ereignisse an den Aktienmärkten. Da ich aber wie gesagt nicht vor der Handelsplattform saß, versäumte ich leider diese denkwürdigen Minuten. Anders jedoch als bei den Olympischen Spielen, bei denen das Motto „Dabeisein ist alles“ gilt, war ich hingegen froh, von der ganzen Aufregung erst dann Notiz zu nehmen, als die Sache schon wieder vorbei war.
Heute vormittags stelle ich manuell noch einen long Trade bei der Deutschen Bank mit einem halben R Profit glatt, und da ich am Nachmittag einige Projekte laufen hatte, verzichtete ich auf das Trading der US Werte. Wie sich nachträglich nun herausstellt, war das wohl eine glückliche Fügung. Der heutige Tag zeigt wieder einmal mit aller Härte, dass der Schwarze Schwan (die große Unbekannte) immer hinter der nächsten Ecke lauern kann.
Als Trader müssen Sie immer auf alles vorbereitet sein, oder so wie ich heute einfach mal Glück haben. Natürlich hätte man short ordentlich abkassieren können, doch wir sollten beim Trading immer zuerst an die Risken und erst im zweiten Schritt an die Chancen denken. Ob bei so einem Kursverlauf eine vernünftige Risikokontrolle (Slipage, intraday Gap) möglich war, wage ich zu bezweifeln.
Der Investor Thomas Vittner nahm diese Ereignisse hingegen emotionslos zur Kenntnis. Im Gegenteil, ich habe erst gestern die Liquidität meines Investing Kontos massiv aufgestockt, weil ich vorsichtig daran glaube, dass in nächster Zeit – auf lange Sicht gesehen – noch einige günstige Kaufgelegenheiten entstehen könnten. Aber noch ist keine Eile geboten, die Investments massiv aufzustocken, denn die Korrektur hat gerade erst begonnen.
Ich zeige Ihnen im Anschluss den S&P 500 in drei verschiedenen Zeiteinheiten, bei denen die Screenshots vor wenigen Minuten gemacht wurden. Das ist kein Fehler in der Chartingsoftware von WH Selfinvest, dass ist real. So etwas habe ich noch nie gesehen, denke aber, dass hier Parallelen mit dem Oktober 1987 gezogen werden können. Der S&P erreichte intraday sogar kurz ein neues Jahrestief (in einem Tag!!). Auch der Volatilitätsindex CBOE stieg um 60% auf 39,84 (!!). Schönen Gruß an alle Wirtschaftsweisen, die noch immer denken, die Märkte verhalten sich stets rational und logisch.

S&P 500 (USA) 15 Minutenchart

S&P 500 (USA) Stundenchart

S&P 500 (USA) Tageschart
Ohne Worte – und bitte gut in Erinnerung behalten!
PS: Übrigens gibt es bereits erste Gerüchte, dass ein Trading Fehler bei der Citigroup für den Schlamassel verantwortlich sein könnte. Angeblich wurde bei der Ordereingabe der Aktie von Procter & Gamble ein „b“ für Billion statt einem „m“ für Million erwischt. Naja, die nächsten Tage werden zeigen, ob an der Sache etwas dran ist.
Wenn die Gerüchte wirklich stimmen, finde ich das sehr bedenklich. Scheinbar genügt heute der Fehler eines einzelnen Menschen, um die Märkte ins Chaos zu stürzen. Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass die Dinge schön langsam aus den Fugen geraten…
Sehen Sie anbei den Artikel zur Seite von CNCB
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